Skeleton-Weltcup vom Königssee wird beim Finale in Calgary nachgeholt
Weltcup-Finale am Samstag und Sonntag – Nikitina und Tretiakov in Führung
Calgary (RWH) Beim Finale des BMW IBSF Weltcups 2018/2019 in Calgary (CAN, 22.-24. Februar) werden die zuvor am Königssee (GER) wetterbedingt ausgefallenen Skeleton-Rennen nachgeholt.
Das Weltcup-Wochenende im Canada Olympic Park beginnt nun schon bereits am Freitag (22. Februar). Dann stehen ab 14.30 Uhr Ortszeit (MEZ 22.30 Uhr) die Nachhol-Rennen im Frauen-Skeleton und Männer-Skeleton auf dem Programm. Startberechtigt sind dabei alle Athletinnen und Athleten, die auch bereits für den ursprünglichen Weltcup am Königssee gemeldet waren.
Um die letzten Weltcup-Punkte des nach-olympischen Winters im Skeleton-Sport geht es dann am Samstag bei den Frauen (9 Uhr Ortszeit / 16.30 Uhr MEZ) und am Sonntag bei den Männern (8.30 / 16.30 Uhr). Im Anschluss an die Rennen werden die Gesamt-Siegerinnen und -Sieger des BMW IBSF Weltcups 2018/2019 mit den begehrten großen Kristallkugel-Pokalen ausgezeichnet.
Als Führende im Frauen-Skeleton-Weltcup geht die Russin Elena Nikitina ins letzte Weltcup-Wochenende des Winters. 43 Zähler Vorsprung hat die Olympia-Dritte von Sochi auf Weltcup-Titelverteidigerin Jacqueline Lölling aus Deutschland. Beim Weltcup in Lake Placid kamen übrigens beide Athletinnen zeitgleich ins Ziel. In Calgary haben beide wenig Erfahrung: Elena Nikitina war bei ihrem einzigen Weltcup-Start dort 2013 Zweite, Jacqueline Lölling wurde beim Interkontinental-Cup 2012 Vierte und Fünfte.
Im Männer-Skeleton bleiben die Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretiakov (RUS, 2014) und Sungbin Yun (KOR, 2018) beim Kampf um die Weltcup-Spitze weiter auf Augenhöhe. Ein einziger Punkt trennte den Führenden Yun vor dem BMW IBSF Weltcup in Lake Placid (USA) von Tretiakov auf Rang zwei. Mit seinem dritten Saison-Sieg in Lake Placid schob sich der Russe jedoch wieder am Koreaner vorbei und geht mit 24 Zählern Vorsprung in die zwei letzten Rennen des Weltcup-Winters in Calgary (CAN, 22.-24. Februar). ©RWH2019
Die letzten Weltcup-Sieger von Calgary im Dezember 2014

Bob-Olympiasieger Jamanka und Friedrich gehen als Führende ins Weltcup-Finale
Calgary (RWH) Die Olympiasieger Mariama Jamanka (GER, Frauen-Zweierbob) und Francesco Friedrich (GER, Männer-Zweierbob und Viererbob) gehen als Führende ins Finale zum BMW IBSF Weltcup 2018/2019 in Calgary (CAN).
91 Zähler Vorsprung hat Mariama Jamanka nach sieben von acht Rennen auf Teamkollegin Stephanie Schneider (GER) auf Platz zwei. Würde Schneider in Calgary gewinnen, reichte Europameisterin Mariama Jamanka somit bereits ein elfter Rang, um zum ersten Mal den großen Kristallkugel-Pokal für den Gesamtsieg im BMW IBSF Weltcup in den Händen zu halten. Erfahrung auf der Bahn in Calgary haben beide Pilotinnen nicht: Mariama Jamanka ist dort noch nie gestartet, Stephanie Schneider war bei ihrem einzigen Einsatz dort 2013 Fünfte mit Pilotin Anja Schneiderheinze.
Olympiasieger Francesco Friedrich (GER) ist im Zweierbob-Weltcup in diesem Winter und Saison-übergreifend seit Januar 2018 ungeschlagen. 187 Zähler beträgt der Vorsprung des amtierenden Welt- und Europameisters auf den Zweitplatzierten, Oskars Ķibermanis aus Lettland. Francesco Friedrich muss letztlich das Rennen in Calgary nur sturzfrei beenden: Mit weiteren 39 Zählern wäre er sicher Weltcup-Gesamtsieger, für Platz 25 gäbe es bereits 40 Punkte. Beim letzten Weltcup in Calgary im Dezember 2014 waren beide Piloten am Start – Francesco Friedrich wurde damals Zweiter. Der Sieger des Rennens kam übrigens aus Lettland, hieß aber Oskars Melbārdis. Teamkollege Oskars Ķibermanis wurde damals 14.
Auch im Viererbob behauptete Olympiasieger Francesco Friedrich mit 1502 Punkten seine Führung in der Gesamtwertung zum BMW IBSF Weltcup 2018/2019, obwohl er in Lake Placid als Vierter erstmals in diesem Winter ohne Podestplatz blieb. Oskars Ķibermanis (LAT, 1424) geht als Gesamt-Zweiter ins Finale in Calgary. Europameister Johannes Lochner (GER, 1405) ist Gesamt-Dritter. ©RWH2019
Der Zeitplan von Calgary

Quoten für BMW IBSF WM werden im Anschluss an Calgary-Weltcup veröffentlicht
Calgary (RWH) Beim Finale zum BMW IBSF Weltcup in Calgary (CAN) geht es auch um die letzten Punkte für die Quoten-Plätze bei den BMW IBSF Weltmeisterschaften 2019 in Whistler (CAN, 25. Februar – 9. März 2019). Je nach Platzierung der Athletinnen und Athleten im IBSF-Ranking, in das die Punkte aller Rennserien einfließen, werden den entsprechenden Nationen bis zu drei Quoten-Plätze pro Disziplin zugeteilt. Die WM-Quoten gibt die IBSF am 25. Februar bekannt – die Entscheidung, welche Athletinnen und Athleten diese Quotenplätze bekommen, liegt bei den IBSF-National-Verbänden. Weitere Informationen gibt es im Internationalen Reglement. ©RWH2019


Film „Cool Runnings“ machte Olympia-Bahn von Calgary berühmt
Calgary (RWH) In Sachen Bob-Sport dürfte die Kunsteisbahn im Canada Olympic Park von Calgary zu den bekanntesten zählen: 1988 fanden hier die Zweier- und Viererbob-Rennen der Olympischen Winterspiele statt. Neben den damaligen Olympiasiegern Jānis Ķipurs (URS, Männer-Zweierbob) und Ekkehard Fasser (SUI, Viererbob) ist dabei ein Team bis heute weltberühmt: der Viererbob aus Jamaika. Allein die Qualifikation der Athleten von der Karibik-Insel sorgte für Aufsehen. Sportlich chancenlos – Platz 30 im Zweierbob und ein Sturz im Viererbob – fuhren sich Pilot Devon Harris sowie Dudley Stokes, Michael White und Samuel Clayton aber in die Herzen der Sportfans. Hollywood setzte dem Team 1993 mit dem Film „Cool Runnings“ ein Denkmal.
Sein Olympia-Debüt feierte 1988 in Calgary übrigens auch Fürst Albert II von Monaco, damals Thronfolger und Athlet. Bei der ersten seiner fünf Olympia-Teilnahmen holte er Platz 25 im Zweierbob.
31 Jahre lang war die Kunsteisbahn beständiger Teil der jährlichen Wettkampfplanung des Internationalen Bob & Skeleton Verbandes, ein Beispiel an Nachhaltigkeit für die Nutzung olympischer Wettkampfstätten. Dringend notwendige Renovierungsarbeiten sahen ursprünglich eine Pause von einer Saison vor. Trotz Förder-Zusagen der kanadischen Regierung und der Provinz Alberta, die auch unabhängig von der Olympia-Bewerbung bestehen, fehlen weitere Gelder, mit denen unter anderem das Kühl-System und die Sonnenschutz-Segel modernisiert werden sollen. Zudem ist geplant, etwa 360 Meter der Bahn neu zu gestalten, um die Strecken für Bob/Skeleton und Rennrodeln besser aufeinander abzustimmen.
Der von WinSport Canada verwaltete Park in Calgary mit der ehemaligen Olympiabahn ist gleichzeitig das kanadische Wintersport-Trainingszentrum mit Hallen für Eishockey und Eiskunstlaufen sowie einer vereisten Startbahn für den Kufensport.
2017 hatte die kanadische Provinz Alberta für die Arbeiten an der Bahn 10 Millionen kanadische Dollar (ca. 6,5 Millionen Euro) zugesagt. Im Mai 2018 gab Infrastruktur-Minister Amarjeet Sohi der einstigen Olympia-Bahn die Förder-Zusage für rund 6,8 Millionen kanadische Dollar (ca. 4,5 Millionen Euro). Eine Nach-Kalkulation ergab allerdings einen höheren Finanz-Bedarf.
„Wir mussten erstmal den Pausen-Knopf drücken“, sagte WinSport-Canada-Geschäftsführer Barry Heck in einem Bericht auf globalnews.ca. „Leider reichen die Fördermittel noch nicht für alle notwendigen Arbeiten.“ Man sei aber in intensiven Gesprächen, um eine Lösung zu finden.
„Die Investitionen in die Renovierung von Teilen der Bahn wird eine Investition in die Zukunft der Schlittensportarten in Kanada“, sagte IBSF Präsident Ivo Ferriani. „Die Bahn wird dann für mögliche weitere 30 Jahre zur Nutzung bereit sein. Calgary und die kanadischen Athleten haben eine lange und äußerst erfolgreiche Geschichte in unserem Verband. Es wäre sehr schade, wenn wir dieses Sportzentrum verlieren würden!“
Zum Ende des Weltcup-Winters 2018/2019 freuen sich die Sportfans noch auf ein langes Sport-Wochenende im Canada Olympic Park. Sieben Rennen stehen von Freitag bis Sonntag (22.-24. Februar) in Calgary auf dem Programm, gekrönt von sechs Entscheidungen um die Weltcup-Gesamtsieger im Frauen-Skeleton, Männer-Skeleton, Frauen-Zweierbob, Männer-Zweierbob, Viererbob sowie der Bob-Kombinationswertung. ©RWH2019
Am Rande der Bande
Katrin Beierl (AUT), Junioren-Weltmeisterin 2019 im Frauen-Zweierbob, ist beim Finale zum BMW IBSF Weltcup in Calgary (CAN) wieder am Start. Auf die Weltcup-Station in Lake Placid (USA) hatte die Österreicherin zuvor verzichtet. Katrin Beierl fährt im Winter 2018/2019 ihre bislang erfolgreichste Saison: Neben dem Junioren-WM-Titel, mit dem sie sich direkt für die BMW IBSF Weltmeisterschaften 2019 in Whistler (CAN) Anfang März qualifiziert hat, holte die 25-Jährige mit Anschieberin Jennifer Onasanya am Königssee auch überraschend EM-Bronze. ©RWH2019
Aaron Victorian (CAN) ist für seinen neuen National-Verband Kanada nun als Skeleton-Athlet am Start. Der 30-Jährige war zuvor Bob-Anschieber im US-Team, unter anderem für Steven Holcomb, Nick Cunningham und Codie Bascue. Seine besten Resultate erreichte er mit Steven Holcomb: Im November 2014 gab es für das Duo Zweierbob-Gold beim IBSF Nordamerika-Cup in Park City (USA). Im Dezember 2014 wurde Aaron Victorian im Viererbob-Team von Steven Holcomb beim BMW IBSF Weltcup in Lake Placid Sechster. Als Skeleton-Athlet für Kanada bestritt Aaron Victorian sechs Rennen im IBSF Nordamerika-Cup 2018/2019 und wurde Gesamt-Fünfter. ©RWH2019
Patrice Servelle (MON) ist nach seiner Zeit als Bob-Athlet für sein Heimatland nun auch Teil des Trainerteams. Als Zweierbob-Pilot war der Monegasse bei den Olympischen Winterspielen 2006, 2010 und 2014 am Start. Sein bestes WM-Resultat war 2007 in St. Moritz (SUI) Platz zehn im Viererbob. Im Bob-Weltcup erreichte Patrice Servelle zahlreiche Top-Ten-Platzierungen. Im Dezember 2010 in Calgary wurde er Zweiter und holte damit den ersten Podiums-Platz für Monaco.
Als Trainer gelang dem Monegassen dies nun fast erneut: Pilot Rudy Rinaldi, der bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 mit Bronze die erste Olympia-Medaille für Monaco gewonnen hatte, kam in St. Moritz dem Weltcup-Podium so nah wie nie. Als Dritter nach dem ersten Durchgang verpasste er einen Podiumsplatz für das Fürstentum nur um 0,2 Sekunden. ©RWH2019
Lelde Priedulēna (LAT), Junioren-Weltmeisterin von 2016, hat ihren Rückzug vom Skeleton-Sport bekannt gegeben. Bei ihren 45 Einsätzen im BMW IBSF Weltcup zwischen 2012 und 2019 verpasste die Lettin mehrfach als Vierte das Podium nur knapp. Bei den BMW IBSF Weltmeisterschaften 2017 am Königssee und den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang (KOR) wurde Lelde Priedulēna jeweils Siebte. Im Sommer musste sich die 25-Jährige einer Kreuzband-OP unterziehen und verpasste die erste Saison-Hälfte im BMW IBSF Weltcup. Ihren letzten Weltcup-Einsatz hatte die EM-Sechste von 2016 im Januar in Innsbruck (AUT). ©RWH2019
Saison-Sieger 2018/2019 – Skeleton

Saison-Sieger 2018/2019 – Bob
