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Photo: IBSF / Viesturs Lacis
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Zweite WM-Wochen mit Skeleton, Viererbob und Frauen-Monobob-Premiere
Kaillie Humphries und Francesco Friedrich als Rekord-Weltmeister am Start

 

Altenberg (RWH) Nach dem ersten WM-Wochenende mit zwei Rekord-Weltmeistern – Kaillie Humphries (USA) mit ihrem vierten Titel im Frauen-Zweierbob und Francesco Friedrich (GER) mit seinem zehnten WM-Titel insgesamt – stehen in der zweiten WM-Woche in Altenberg die Skeleton-Wettbewerbe inklusive der Mixed-Team-WM auf dem Programm sowie der Viererbob und die WM-Premiere im Frauen-Monobob.

Im Frauen-Skeleton zählt Weltcup-Gesamtsiegerin Janine Flock (AUT) zu den größten Favoritinnen. Die Österreicherin, im letzten Jahr WM-Dritte, stand in allen acht Saisonrennen auf dem Podium und gewann die Weltcup-Wertung mit großem Vorsprung. Mit 31 Jahren ist Janine Flock in der Form ihres Lebens und war seit Januar 2018 bei über 20 Weltcup-Rennen nur dreimal außerhalb der Podiumsplätze. WM-Titelverteidigerin Tina Hermann wirft dafür in Altenberg die Erfahrung aus vielen Trainingsläufen und wesentlich mehr Rennen in die Waagschale – 18 Rennen gegenüber acht von Janine Flock – sowie zahlreiche Siege und Podiumsplätze. Herrmann, mit drei Titeln Rekord-Weltmeisterin, hatte allerdings eine Saison mit Hochs und Tiefs.

Bestens in Form und so erfolgreich wie nie zuvor ist im Winter 2020/2021 Kimberely Bos: Als erste Skeleton-Athletin aus den Niederlanden gewann sie als Gesamt-Dritte einen der Pokale für die besten Pilotinnen im Weltcup. Und das trotz einem Rennen weniger: Im Januar bestritt sie statt des BMW IBSF Weltcups in St. Moritz zwei Rennen in Altenberg und feierte als Europacup-Dritte ihren ersten Podiumsplatz auf der Bahn. Abgesehen von den drei punktbesten der Weltcup-Saison lässt sich die Liste der Favoritinnen noch erweitern: Europameisterin Elena Nikitina (BFR/Bobsleigh Federation of Russia) beispielsweise. Und aus dem deutschen Heim-Team die Olympia-Zweite Jacqueline Lölling (GER) oder Junioren-Weltmeisterin Hannah Neise. Geheimtipp zum Schluss: Anna Fernstaedt (CZE) holte am Königssee als erste tschechische Athletin einen Weltcup-Podestplatz. Und die Italienerin Valentina Margaglio kam den Podiumsplätzen in diesem Winter mehrfach sehr nahe – und hat beste Erinnerungen an Altenberg: Bei der Mixed-Team WM 2020 gewann sie mit Partner Mattia Gaspari völlig überraschend die Bronzemedaille.

Ähnlich umfangreich ist die Liste der Favoriten und Medaillen-Kandidaten im Männer-Skeleton. Weltcup-Gesamtsieger und WM-Rekordler Martins Dukurs fehlt in dieser Aufzählung seit mehr als einem Jahrzehnt nicht, ebensowenig wie Europameister Alexander Tretiakov (BFR). Für die deutschen Gastgeber teilen sich der Gesamtweltcup-Zweite Alexander Gassner, WM-Titelverteidiger Christopher Grotheer und der Zweite der Junioren-WM Felix Keisinger die Favoritenrolle. Aus dem britischen Team stoßen in Altenberg noch Matt Weston und Marcus Wyatt dazu: Beide feierten im BMW IBSF Weltcup jeweils ihren ersten Podiumsplatz und kamen dreimal in die Top fünf. Nicht am Start ist dagegen der WM-Zweite von 2020: Axel Jungk hatte verletzungsbedingt nicht den Sprung ins deutsche Weltcup-Team für 2020/2021 geschafft und konnte Bundestrainer Christian Baude auch mit seinen zwei Renn-Einsätzen im Interkontinentalcup in Altenberg und im BMW IBSF Weltcup am Königssee nicht überzeugen – trotz eines Sieges auf der WM-Bahn. „Die Startleistungen von Axel waren aus meiner Sicht erschreckend schwach“, begründete Bundestrainer Baude nach dem Weltcup am Königssee. „Bei der WM geht es fünf Tage durch mit Training und Rennen. Wir als Trainerteam glauben, dass Axel dieser Belastung in seinem gegenwärtigen Trainingszustand nicht standhalten wird.“

Die Mixed-Team-WM der Skeleton-Athlet:innen steht in Altenberg zum zweiten Mal auf dem Programm. Titelverteidiger ist das deutsche Duo Jacqueline Lölling/Alexander Gassner. Ein Team besteht bei diesem WM-Wettbewerb aus einer Athletin und einem Athleten, pro Nation können bis zu zwei Teams gemeldet werden. Teams aus unterschiedlichen Nationen sind nicht zugelassen.

Die Skeleton-Athletin startet jeweils zuerst. Wenn sie im Ziel ist, hat ihr Team-Partner direkt im Anschluss ein Zeitfenster von 30 Sekunden für seinen Start. Die beiden Lauf-Zeiten werden addiert, das Team mit der geringsten Gesamt-Zeit gewinnt die Skeleton-Mixed-WM. Über die genaue Zusammensetzung der Mixed-Teams für die BMW IBSF WM 2021 entscheiden die Nationaltrainer nach den Skeleton-Rennen am Freitag.

Der Frauen-Monobob feiert ein Jahr vor seinem Olympia-Debüt bei den Winterspielen 2022 in Peking (CHN) bei der BMW IBSF WM 2021 in Altenberg die WM-Premiere. Die Athletinnen starten in baugleichen Schlitten des Herstellers iXent aus Deutschland und sind Anschieberin, Pilotin und Bremserin in einer Person. Nach den Monobob-Resultaten des Winters zählen die Athletinnen aus dem deutschen Heim-Team dabei nicht unbedingt zu den Favoritinnen. Die kommen eher aus den USA, Australien und Kanada: Kaillie Humphries (USA) zählte zu den Siegerinnen der Frauen-Monobob Weltserie 2020/2021, ebenso Breeana Walker (AUS), die Kanadierin Melissa Lotholz  oder Nadezhda Sergeeva (BFR).

Das Viererbob-Rennen ist traditionell Abschluss und Höhepunkt der BMW IBSF WM – und einmal mehr ist Olympiasieger, Europameister, Weltcup-Gesamtsieger und WM-Titelverteidiger Francesco Friedrich der erste Name auf der Liste der Favoriten. Sein größter Herausforderer nach den Ergebnissen der vier Saison-Weltcups: Benjamin Maier aus Österreich. Der 26-Jährige stand jedes Mal mit auf dem Podium und gewann als Gesamt-Zweiter erstmals einen Pokal für die besten Piloten der Weltcup-Saison. Ebenfalls vorn mit dabei war Justin Kripps aus Kanada – mit drei Podiumsplätzen und Gesamt-Rang drei. Als Junioren-Weltmeister kommt der Schweizer Michael Vogt zur WM nach Altenberg. ©RWH2021

 

Die zweite WM-Woche in Altenberg

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Änderungen sind möglich – die aktuellen Zeiten (Ortszeit der Bahn und jeweilige Ortszeit der Nutzer) stehen auf der IBSF-Website. ©RWH2020

Am Rande der Bande

Nico Walther (GER), 2020 WM-Dritter im Viererbob, hat den kanadischen Bob-Piloten Chris Spring auf seinem Weg zur BMW IBSF WM in Altenberg unterstützt. Spring war am 5. Januar 2012 beim Training in Altenberg schwer gestürzt und hatte seitdem an diesem Datum nie trainiert. Um sich nach einem Jahr Auszeit für die WM 2021 zu qualifizieren, musste Chris Spring Anfang Januar jedoch im IBSF Europacup starten – in Altenberg und mit Training am 5. Januar. Nico Walther, der nach WM-Bronze im Viererbob im letzten Jahr seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, meldete sich über die sozialen Medien, nachdem Spring seine bevorstehende Rückkehr auf die Bahn angekündigt hatte. „Er sagte: ,Wenn du Hilfe brauchst, schreib mir einfach eine SMS, und ich freue mich, dir zu helfen‘“, erzählte Chris Spring auf torontosun.com. „Also haben wir telefoniert. Wir gingen die Strecke durch. Es gab eine Menge SMS hin und her. Ich habe ihm Videos von meinen Läufen geschickt. Er ist sie durchgegangen und hat mir Feedback gegeben“, sagte Spring. „Und sogar die Trainer, die hier sind, die deutschen Trainer, haben mir geholfen. Es ist einfach ein weiteres schönes Beispiel dafür, wie großartig dieser Sport ist und welche Familie er schafft.“ ©RWH2021

Shannon Galea (MLT) vertritt eine der jüngsten IBSF-Nationen, und das gleich in zweifacher Hinsicht: Die 32-Jährige gründete im April 2020 den Nationalverband von Malta, der nun seit Herbst 2020 offiziell zum Internationalen Bob & Skeleton-Verband IBSF gehört. Ihren offiziellen Posten in der Verbandsführung legte Shannon Galea dann in die Hände von Präsident Julian Pace Bonello und Generalsekretär Joseph Cassar – und begann in Whistler das Skeleton-Training mit dem Team von Bobsleigh Canada Skeleton. Bei ihren ersten Rennen zum Nordamerika-Cup 2020/2021 erreichte sie Platz acht in Lake Placid als bestes Resultat.

Shannon Galea, deren Vater mit seiner Familie in den 1970er Jahren aus Malta nach Kanada einwanderte, ist Sportlehrerin und war viele Jahre lang Profi-Athletin im Softball. Zuletzt arbeitete sie mit Team Canada im Athleten-Support. „Nach vier Jahren Recherche zu Sport-Reglement, rechtlichen Fragen, Anti-Doping und den Anforderungen für einen Mitgliedschafts-Antrag beim Internationalen Verband hatten wir endlich eine Verbandssatzung. Nun haben wir die Möglichkeit, eine neue kleine Nation zum Bob- und Skeleton-Sport zu bringen und olympische und paralympische Träume zu verwirklichen“, schrieb Shannon Galea bei Instagram. ©RWH2021

Ander Mirambell (ESP) bestritt beim Finale zum BMW IBSF Weltcup in Innsbruck (AUT) sein 90. Rennen in der Serie. Der 37-Jährige ist damit in der Liste der Skeleton-Athleten mit den meisten Weltcup-Starts auf Rang vier: Öfter auf den Startlisten standen Weltcup-Gesamtsieger Martins Dukurs und sein Bruder Tomass mit jeweils über 140 Weltcup-Rennen sowie Alexander Tretiakov (BFR) mit über 120. ©RWH2021

Mit Bob-Pilot Evan OʼHanlon (AUS) hat sich zum ersten Mal ein Paralympics-Sieger für die BMW IBSF Weltmeisterschaften qualifiziert. Der 32-Jährige startet als Sprinter hauptsächlich in der paralympischen Kategorie T38 (leichte Cerebral-Parese). 2008 in Peking wurde er Paralympics-Sieger über 100 und 200 Meter sowie in der Sprintstaffel. 2012 in London gewann er erneut Gold über 100 und 200 Meter, 2016 in Rio dann noch einmal Silber im Rennen 100m/T38. Dazu kommen acht WM-Titel in verschiedenen Sprint-Strecken und Staffeln. Als Bob-Pilot qualifizierte sich Evan OʼHanlon über den IBSF-Europacup 2020/2021 für die BMW IBSF WM. Im Zweierbob belegte er mit Anschieber Joseph Williamson (in Lauf drei verletzungsbedingt ersetzt durch Dylan Sorensen) Platz 24. Nach seinen vierten Paralympics 2021 in Tokyo strebt Evan OʼHanlon die Qualifikation für Beijing 2022 an – und wäre damit der erste Para-Athlet, der in einer anderen olympischen Sportart startet und zudem bei Sommer- und Winterspielen. ©RWH2021

 

Saison-Sieger BMW IBSF Weltcup 2020/2021 - Skeleton, Viererbob

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Weitere Informationen

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Alle Rennen des BMW IBSF Bob & Skeleton Weltcups 2020/2021 sind wie gewohnt im Livestream auf ibsf.org (mit Live-Ergebnisticker) oder Youtube zu sehen. Infos zu Sendern und TV-Übertragungen gibt es unter ibsf.org/de/sender 

 

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