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Photo: Charlie Booker
Erstes Wochenende mit Zweierbob-Wettbewerben und Team-WM

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Königssee (RWH) Die Kunsteisbahn am Königssee (GER) als WM-Bahn 2017 steht als erste künstlich vereisbare Bob-, Skeleton- und Rennrodel-Bahn der Welt in den Geschichtsbüchern des Internationalen Bob & Skeleton Verbands IBSF (International Bobsleigh & Skeleton Federation). Eröffnet 1968, war der Eiskanal am Fuße des Watzmanns seitdem in jedem Jahr Schauplatz von internationalen Wettkämpfen im Bob- und Skeleton-Sport. WM-Austragungsort für die IBSF-Athleten war Königssee zuvor 1979, 1986 (jeweils Zweier- und Viererbob, Männer), 1990 (Skeleton Männer), 2004 und zuletzt 2011 (jeweils alle IBSF-Disziplinen – Skeleton Frauen und Männer, Zweierbob Frauen und Männer, Viererbob und Team).

Unangefochtener Spitzenreiter bei den WM-Gastgebern ist der Olympia Bobrun St. Moritz-Celerina (SUI) mit 24 vor Lake Placid (USA) mit zehn Weltmeisterschaften im Bob- und Skeleton-Sport. Die Kunsteisbahn am Königssee liegt mit der WM 2017 auf Platz drei in der Rangliste, gleichauf mit Innsbruck-Igls (ebenfalls sechs IBSF-Weltmeisterschaften).

Etwa fünf Kilometer lang ist bei den BMW IBSF Weltmeisterschaften Bob + Skeleton 2017 der Weg zur erhofften Medaille. Vier Mal gilt es für die Athletinnen und Athleten den Eiskanal am Königssee möglichst schnell herunterzufahren. Vier Mal rund 1250 Meter Wettkampf-Länge mit 12 Kurven, auf der die benötigte Zeit gemessen wird. Die Schnellsten benötigen für einen Lauf etwa 50 Sekunden.

Die Kunsteisbahn am Königssee gilt zudem als eines der anspruchsvolleren Eislabyrinthe weltweit. Rennrodler Georg Hackl aus Deutschland, Olympiasieger 1992, 1994 und 1998, nannte die Bahn einmal die „Streif der Rennrodler“, eine Anspielung auf das Mekka der alpinen Skirennläufer in Kitzbühel (Österreich). Eine Charakterisierung, die auf die diesjährige WM-Bahn auch in Sachen Bob- und Skeleton-Sport zutreffen dürfte. Bob-Pilotin Elana Meyers Taylor aus den USA, Weltmeisterin von 2015 und nach vier Weltcup-Siegen in Folge Titel-Favoritin bei der WM, bezeichnete den Kreisel am Königssee selbst nach ihrem jüngsten Weltcup-Sieg beim WM-Test als ihren „Erzfeind“. ©RWH2017


Der Zeitplan der ersten WM-Woche am Königssee
schedule D week 1


WM-Vorschau Zweierbob Frauen: Deutsche Pilotinnen bei Heim-WM im erweiterten Favoritenkreis

Königssee (RWH) Die Frage nach der haushohen WM-Favoritin bei den Bob-Pilotinnen ist schnell beantwortet: Elana Mayers Taylor aus den USA, die den Titel bereits 2015 in Winterberg gewann, steht auch bei der BMW IBSF WM 2017 an der Spitze der Gold-Anwärterinnen im Zweierbob der Frauen. In der Weltcup-Gesamtwertung liegt die Olympia-Zweite von 2014 zwar derzeit nach sieben Saison-Rennen lediglich auf Rang drei – das aber nur wegen eines Sturzes zum Auftakt in Whistler (CAN). Danach startete die 32-Jährige eine beeindruckende Aufholjagd mit zwei Mal Platz zwei in Lake Placid (USA) und Altenberg (GER) und zuletzt vier Siegen in Folge, darunter auch beim WM-Test am Königssee Ende Januar. Kuriosum am Rande: Bei allen vier Siegen hieß das siegreiche Duo Meyers Taylor/Jones, am Start als Anschieberin waren aber drei verschiedene Athletinnen: In Winterberg (GER) Kehri Jones, in St. Moritz (SUI) Briauna Jones und zuletzt in Innsbruck (AUT) Lolo Jones. Zum Sieg beim Weltcup am Königssee verhalf ebenfalls Kehri Jones.

Jamie Greubel Poser, US-Teamkollegin von Elana Meyers Taylor, ist im Weltcup mit sechs Podiumsplätzen in sieben Rennen derzeit Gesamt-Zweite und könnte am Königssee nach Olympia-Bronze 2014 auch ihre erste WM-Medaille holen. Weltcup-Spitzenreiterin und immer eine Medaillen-Kandidatin ist die zweimalige Olympiasiegerin (2010 und 2014) und Weltmeisterin (2012 und 2013) Kaillie Humphries aus Kanada.

Zum erweiterten Favoritenkreis in Sachen WM-Edelmetall gehören auch die deutschen Bob-Pilotinnen bei der Heim-WM am Königssee. Mariama Jamanka, die Mitte Januar in Winterberg überraschend Europameisterin wurde, untermauerte auch beim WM-Testlauf am Königssee Ende Januar mit Rang drei ihre Medaillenambitionen. Und auch die WM-Vierte des Vorjahrs Stephanie Schneider, die nach langer Verletzungspause gerade erst in den Weltcup zurückgekehrt ist, zeigte mit Rang vier Anfang Februar in Igls, dass mit ihr bei der WM zu rechnen ist. Die Mission Titelverteidigung kann am Königssee Annika Drazek starten. 2016 schob sie Anja Schneiderheinze zum WM-Gold in Innsbruck. Ihre damalige Pilotin erwartet nun jedoch ein Baby und gab vor Saisonbeginn das Ende ihrer Laufbahn als Leistungssportlerin bekannt. Bei der BMW IBSF WM am Königssee wird Titelverteidigerin Annika Drazek voraussichtlich mit Mariama Jamanka an den Start gehen, mit der sie den EM-Titel gewann.

Für eine Überraschung könnten am Königssee die russischen Pilotinnen sorgen. Vor allem Nadezhda Sergeeva fährt aktuell die beste Saison ihrer Laufbahn und gewann in Winterberg EM-Bronze. Als Junioren-Weltmeisterinnen kommen Mica McNeill/Mica Moore aus Großbritannien zur BMW IBSF WM. ©RWH2017

Standing WCup BobWom



WM-Vorschau Zweierbob Männer: Titelverteidiger Francesco Friedrich ist auch 2017 Top-Favorit

Königssee (RWH) Fast so klar wie bei den Frauen im Zweierbob lässt sich auch bei den Männern die Frage nach dem Top-Favoriten klären: sechs Starts im Weltcup, zwei Mal Platz zwei, vier Siege und die klare Führung in der Gesamtwertung sprechen für Francesco Friedrich aus Deutschland. Der Zweierbob-Weltmeister von 2013, 2015 und 2016 könnte mit einer Titelverteidigung und dann vier WM-Siegen in Serie zum legendären italienischen Bob-Piloten Eugenio Monti aufschließen. Der gewann 1957, 1958, 1959, 1960 und 1961 als bislang einziger Pilot sogar fünf Mal in Folge den WM-Titel (der Olympiasieg 1960 zählte gleichzeitig als WM-Titel).

Im Weltcup kam Konkurrenz für Francesco Friedrich im Zweierbob aus dem eigenen Lager: Johannes Lochner, WM-Zweiter von 2015 und 2016, schnappte seinem Teamkollegen ausgerechnet beim WM-Test am Königssee den Sieg weg. Friedrich belegte Rang zwei, zeitgleich mit Steven Holcomb aus den USA. Holcomb, Zweierbob-Weltmeister von 2012 und in Sochi 2014 Olympia-Zweiter im kleinen Schlitten, fährt derzeit eine der besten Saisons der vergangenen Jahre und kommt hinter Francesco Friedrich als Weltcup-Zweiter zur WM an den Königssee.

Hinter den erklärten Top-Favoriten auf Edelmetall lassen sich einige Athleten dem erweiterten Kreis der Medaillen-Anwärter zurechnen: Dritter der Weltcup-Rangliste ist derzeit Alexander Kasjanov aus Russland. Dessen einzige WM-Medaillen bislang – Bronze 2015 und Silber 2016 – stammen aus dem Team-Wettbewerb, eine Einzel-Medaille fehlt dem Olympia-Vierten von Sochi bislang noch in seiner Kollektion. Yunjong Won aus Korea, Weltcup-Gesamtsieger 2016, stand in diesem Winter nur zum Auftakt in Whistler als Dritter auf dem Podium. Beim WM-Test am Königssee landete er auf Rang 16. Oskars Melbardis aus Lettland, der im kleinen Schlitten 2015 den Gesamt-Weltcup gewonnen hatte, verzichtete nach einer Bandscheiben-OP im vergangenen Sommer auf einige der Weltcup-Rennen, zeigte zuletzt aber mit den ersten Podestplätzen der Saison (in Igls Rang zwei im Zweierbob und Platz eins im Viererbob) deutlich aufsteigende Form.

Und sonst? Benjamin Maier aus Österreich, im Viererbob EM-Dritter 2017, ist in diesem Winter auch im kleinen Schlitten erfolgreich unterwegs und feierte in Igls seinen ersten Podestplatz im Weltcup. Auch der Kanadier Justin Kripps bezeichnet Königssee als seine Lieblingsbahn. 2014 feierte er hier seinen ersten Weltcup-Sieg und wurde 2015 Dritter.

Als Junioren-Weltmeister im Zweierbob kommen Richard Oelsner/Alexander Schueller (GER) zu den BMW IBSF Weltmeisterschaften an den Königssee. ©RWH2017

Standing WCup Bob2Man


WM-Vorschau Team: Gastgeber Deutschland in der Favoritenrolle

Königssee (RWH) Acht Mal stand der Team-Wettbewerb bislang auf dem WM-Programm der Bob- und Skeleton-Athleten. Sechs Mal (2007, 2008, 2009, 2011, 2015 und 2016) ging dabei Gold an eine Mannschaft aus Deutschland. 2012 in Lake Placid (USA) und 2013 in St. Moritz (SUI) kam das Weltmeister-Team aus den USA. Beim Team-Wettbewerb treten jeweils zwei Zweierbobs (Damen und Herren) und zwei Skeleton-Athleten (Dame und Herr) an. Die Zeiten aus je einem Lauf werden addiert, der Sieg geht an die Mannschaft mit der besten Gesamt-Zeit.

Rekordhalter in Sachen Team-WM ist Deutschland mit insgesamt neun Medaillen (sechs Mal Gold, dazu Silber in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2015). Die übrigen Mannschafts-Medaillen teilten sich die USA (zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze), Kanada (einmal Silber, dreimal Bronze), die Schweiz (je einmal Silber und Bronze), Russland (je einmal Silber und Bronze) sowie Österreich (einmal Silber). ©RWH2017

 
IBSF-Mediaguides, Startlisten, Meldungen und Ergebnisse im neuen Presse-Bereich auf ibsf.org

Königssee (RWH) Für alle Medienvertreter gibt es auf ibsf.org nun eine neu gestaltete und umfangreichere Presse-Seite (Menüpunkt „Presse“ oder direkt über www.ibsf.org/de/presse-kontakt). Zu den BMW IBSF Weltmeisterschaften Bob + Skeleton 2017 findet man dort Startlisten der ersten Rennläufe aller Events sowie die aktuellen IBSF-Mediaguides:

Mediaguide - Event Information für die ganze Saison mit BMW-IBSF-Weltcup und BMW IBSF Weltmeisterschaften: Hier gibt es wichtige Informationen rund um den Bob- und Skeleton-Sport, zum IBSF-Reglement, dem neuen IBSF-Auslosungsverfahren und den jeweiligen Bahnen.

Mediaguides - Athleten für Bob und für Skeleton zu jedem WM-Wochenende: mit Porträts aller Bob-Piloten und Skeleton-Athleten und einer Übersicht zu den bisherigen Resultaten, dem aktuellen Weltcup-Stand sowie vielen interessanten Hintergrundinformationen. Die Mediaguides - Athleten gibt es vor jedem WM-Wochenende in einer aktualisierten Version.

Außerdem bietet der Presse-Bereich Informationen zu Presse-Akkreditierungen und Links zu den aktuellen Pressemeldungen, den Ergebnislisten sowie zu den Social-Media-Seiten der IBSF. ©RWH2017



Immer up to date mit den IBSF-News auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube

Königssee (RWH) Aktuelle News, Startlisten, Renn-Resultate und viele Bilder, Videos und weitere Informationen rund um die BMW IBSF Weltmeisterschaften Bob + Skeleton 2017 gibt es auch in dieser Saison über die IBSF-Social-Media-Kanäle:

Facebook: www.facebook.com/IBSFsliding

Twitter: https://twitter.com/IBSFsliding

Instagram: www.instagram.com/IBSFsliding

YouTube: www.youtube.com/user/bobskeletv

Der offizielle WM-Hashtag ist #BMWworlds17.

 Einen Liveticker zu allen WM-Rennen, die Ergebnislisten mit allen Lauf- und Gesamtzeiten finden Sie auch auf der IBSF-Homepage www.ibsf.org/de.

TV-Übertragungen der Rennen zur BMW IBSF WM gibt es in mehr als 40 Ländern weltweit. Eine Liste unserer aktuellen TV Partnern finden Sie auf: www.ibsf.org/de/sender.

Daneben übertragen NBC (in den USA), CBC (in Kanada), www.ibsf.org und der IBSF-YouTube-Channel www.youtube.com/user/bobskeletv (in fast allen anderen Ländern) alle Rennläufe als Livestreaming, bei der IBSF kommentiert von Martin Haven und John Morgan. ©RWH2017



Am Rande der Bande

Clemens Bracher (SUI) ist bei der BMW IBSF WM 2017 für den Start im Viererbob gemeldet. Der 30-Jährige begann bereits 2010 mit dem Bob-Sport und kam als Anschieber von Beat Hefti und Rico Peter zu mehreren Weltcup-Einsätzen. Nach dem Umstieg auf den Piloten-Sitz startete er im IBSF Europacup und wurde in diesem Winter Gesamt-Zweiter im Zweierbob. Seinen ersten Einsatz an den Lenkseilen im BMW IBSF Weltcup beendete Clemens Bracher im Viererbob mit Alain Knuser, Marco Doerig und Michael Kuonen in Innsbruck-Igls (AUT) auf Rang zwölf. Trainiert wird der Schweizer Bob-Nachwuchs übrigens von Christoph Langen aus Deutschland, dem langjährigen Coach des deutschen National-Teams. Als Pilot war Christoph Langen zwei Mal Olympiasieger (1998 im Vierer und 2002 im Zweier) und sieben Mal Weltmeister (zwei Mal im Vierer und fünf Mal im Zweier). ©RWH2017

China feiert bei den BMW IBSF Weltmeisterschaften 2017 am Königssee zur Auftakt-Woche eine Premiere. Mit Bob-Pilotin Qing Ying sowie den Anschieberinnen Yuanyuan Ma, Xinye Li und Weihong Li sind erstmals überhaupt Athleten aus dem Reich der Mitte im WM-Aufgebot. Chefcoach des chinesischen Teams ist Manuel Machata aus Deutschland, 2011 Weltmeister, Europameister und Weltcup-Gesamtsieger im Viererbob. Im Herbst 2015 ging der heute 33-Jährige nach China: „Der Aufbau des Bob-Teams fängt bei Null an“, sagte Manuel Machata damals. „Wir starten mit einem Athleten-Casting in Peking.“ 20 Athletinnen und Athleten umfasst das bei der IBSF lizensierte Bob-Team aus China mittlerweile. Pilotin Ying startete in dieser Saison im Europacup und Nordamerika-Cup der IBSF, ihr bestes Resultat war Rang acht im Januar in Lake Placid.
China ist 2022 Olympia-Gastgeberland. Im Sommer 2015 hatte das Internationale Olympische Komitee IOC entschieden, dass die Hauptstadt Peking dann Austragungsort der Olympischen Winterspiele wird. ©RWH2017


Die Weltmeister von Innsbruck im Februar 2016
Defending WCh Innsbruck 2016

Photos: Charlie Booker

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