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Beijing 2022 Olympic Winter Games: IBSF Preview 2-woman bobsleigh and 4-man bobsleigh, Photos: IBSF / Viesturs Lacis

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Athletinnen von vier Kontinenten mit Medaillenchancen im Frauen-Zweierbob
 

Yanqing (RWH) Europa und Nordamerika, aber auch Australien und Asien sind dabei, wenn es beim Frauen-Zweierbob um die Frage der Olympia-Favoritinnen geht. Wenn die Bob-Athletinnen im Yanqing Sliding Center am 18. und 19. Februar zum zweiten Mal um Gold, Silber und Bronze fahren, stehen die Olympiasiegerinnen der letzten drei Winterspiele weiter ganz oben auf der Liste der aussichtsreichsten Anwärterinnen auf olympisches Edelmetall.

Kaillie Humphries (USA) hatte 2010 und 2014 Olympia-Gold im Frauen-Zweierbob gewonnen und 2018 Bronze geholt. Bei allen drei Winterspielen startete sie noch für Kanada. Bei den Olympia-Rennen von Peking 2022 sitzt Kaillie Humphries nun in einem Bob des US-Teams – ihre offizielle Staatsbürgerschaft hatte sie erst im Dezember 2021 erhalten und war dafür eigens vor dem Weltcup in Altenberg (GER) zurück in die USA geflogen, um die Urkunde persönlich in Empfang zu nehmen. Neben ihren beiden Olympiasiegen im Zweierbob – und ganz neu Olympia-Gold in Peking im Monobob - ist Kaillie Humphries mit vier Titeln (2012 und 2013, 2020 und 2021) auch Rekord-Weltmeisterin und gewann vier Mal den Gesamt-Weltcup. Teamkollegin Elana Meyers Taylor (USA) kommt als Weltcup-Gesamtsiegerin 2021/2022 und hatte im Monobob Silber gewonnen.

Mariama Jamanka (GER), die Olympiasiegerin von 2018, hat im Winter 2021-2022 keinen Zweierbob-Weltcup gewonnen. Mit drei Mal Platz zwei, EM-Silber und auch Rang zwei beim Olympia-Test in Yanqing im Oktober 2021 zählt die 31-Jährige, die ihre Laufbahn nach dem Olympia-Rennen im Zweierbob beenden will, aber auch zu den großen Medaillen-Favoritinnen. Gleiches gilt auch für ihre Teamkollegin Laura Nolte. Die jüngste Pilotin im deutschen Bob-Team ist bereits mit Olympia-Gold dekoriert – sie gewann 2016 bei den Olympischen Jugend-Winterspielen – und ist im Weltcup seit ihrem ersten Einsatz im Januar 2020 meist vorn mit dabei: In 18 Rennen in den letzten zwei Jahren stand sie nur vier Mal nicht auf dem Podium. Beiden Pilotinnen waren mit den Plätzen vier (Nolte) und 13 (Jamanka) im Monobob keineswegs zufrieden und setzten nun alles auf den Zweierbob. Genauso wie die dritte deutsche Olympia-Pilotin: Kim Kalicki fuhr im Januar in St. Moritz souverän zum EM-Titel – auf einer Bahn, die ähnlich lang ist wie wie im Yanqing Sliding Center. Dass die Junioren-Weltmeisterin von 2020 die Nerven für die Rennen über vier Läufe hat, bewies sie mit WM-Silber 2020 und 2021.

Kontinent Nummer drei neben Nordamerika und Europa vertritt zumindest im erweiterten Kreis der Medaillen-Kandidatinnen Breeana Walker. Die Australierin war bereits im Monobob mit Platz fünf erfolgreich unterwegs – ohne ihren durchwachsenen ersten Renn-Tag wäre sie mit zweimal der zweitbesten Zeit am Final-Tag wohl um die Medaillen gefahren.

Aus Asien schließlich haben die chinesischen Pilotinnen Huai Mingming und Ying Qing die besten Aussichten auf olympisches Edelmetall – die Gastgeberinnen kennen ihre Heimbahn durch unzählige Trainingsläufe in- und auswendig. Im Monobob belegten die Athletinnen die Plätze sechs und neun. ©RWH2022

Kaillie Humphries kommt als Olympiasiegerin im Frauen-Monobob

Yanqing (RWH) Frisch gekürt mit dem ersten Olympia-Gold der Sportgeschichte im Frauen-Monobob geht Kaillie Humphries (USA) im Zweierbob an den Start. Mit nun drei Olympiasiegen (2010 und 2014 für Kanada im Zweierbob, 2022 im Monobob für die USA) und Zweierbob-Bronze 2018 ist sie die erfolgreichste Bob-Pilotin der Olympiageschichte. Vier Medaillen – Bronze 2010 als Anschieberin von Erin Pac, Zweierbob-Silber 2014 und 2018 und Monobob-Silber 2022 – nennt auch Elana Meyers Taylor ihr Eigen. Beide standen bei den letzten vier Winterspielen stets zusammen auf dem Olympia-Podium. Olympia-Bronze im Frauen-Monobob gewann Christine de Bruin aus Kanada – die fünfte Medaille für die kanadischen Bob-Athletinnen seit 2010. Die WM-Dritte von 2019 ist mit Anschieberin Kristen Bujnowski auch eine der Medaillen-Favoritinnen im Zweierbob. ©RWH2022

Friedrich, Lochner und Hafer gewinnen Olympiamedaillen im Zweierbob

Yanqing (RWH) Bob-Pilot Francesco Friedrich (GER) hat bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking sein zweites Olympia-Gold im Zweierbob gewonnen. Im Yanqing Sliding Center verwiesen Friedrich und Anschieber Thorsten Margis, der bereits 2018 den Schlitten zum Olympiasieg geschoben hatte, ihre Teamkollegen Johannes Lochner/Florian Bauer (GER) auf Platz zwei, die mit Silber ihre erste Olympia-Medaille gewannen. Die Bronzemedaille von Peking 2022 sicherten sich Christoph Hafer/Matthias Sommer (GER). Dass Athleten einer Nation alle Olympia-Medaillen in einer Disziplin gewinnen, war im Bob-Sport zuvor noch nicht vorgekommen. ©RWH2022

Saison-Sieger 2021/2022 – Frauen-Zweierbob und Viererbob

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Die Medaillengewinner vom Olympia-Test in Yanqing

Yanqing (RWH) Laura Nolte/Deborah Levi (GER) gingen als Zweierbob-Siegerinnen aus dem Olympia-Test im Yanqing Sliding Center im Oktober 2021 hervor. Mariama Jamanka/Vanessa Mark wurden Zweite vor den Kanadierinnen Christine de Bruin/Kristen Bujnowski. Im Viererbob gewann Francesco Friedrich (GER) mit seiner Crew vor Teamkollege Johannes Lochner und Oskars Ķibermanis aus Lettland. ©RWH2022

 

Friedrich nach Zweierbob-Gold auch Favorit im Viererbob 

Yanqing (RWH) Zweierbob-Gold hat seine Favoritenrolle nicht kleiner gemacht: Auch im Viererbob führt in der Favoriten-Frage kein Weg an Francesco Friedrich (GER) vorbei. Der Olympiasieger 2018 gewann im großen Schlitten seitdem drei WM-Titel und stand lediglich bei drei Weltcup-Rennen nicht auf dem Podium.

Trotz der beeindruckenden Zahlen ist die Konkurrenz jedoch keinesfalls chancenlos: Athleten aus sechs weitere Nationen auf dem Viererbob-Podium im Olympia-Winter – Justin Kripps (CAN), Rostislav Gaitiukevich (ROC), Brad Hall (GBR), Oskars Ķibermanis (LAT), Benjamin Maier (AUT) und Hunter Church (USA) – versprechen zum Abschluss der Olympia-Rennen im Yanqing Sliding Center viel Spannung. Und auch mit den Zweierbob-Medaillengewinnern Johannes Lochner und Christoph Hafer aus dem deutschen Team dürfte erneut zu rechnen sein.

Oskars Ķibermanis (LAT) hatte das letzte Viererbob-Rennen gegen Francesco Friedrich für sich entschieden. Beim Weltcup-Finale 2021-2022 in St. Moritz (SUI) siegte das lettische Team gegen die Friedrich-Crew und gewann Gold bei der gleichzeitigen Wertung des Rennens als Europameisterschaft. Das Yanqing Sliding Center ist mit 1.615 Metern Wettkampfstrecke ähnlich lang wie der Olympia Bobrun St. Moritz-Celerina (1.722 Meter) und auch das kalte und trockene Wetter beschert den Bahnen trotz fast 8.000 Kilometern Entfernung eine gewisse Verwandtschaft.

Maier, Kripps, Gaitiukevich und Hall dürften im Viererbob mit besonderer Motivation an den Start gehen: Benjamin Maier (AUT) und Rostislav Gaitiukevich (ROS) waren im Zweierbob schon in Rechweite der Podestplätze, verpassten aber letztlich eine Medaille. Justin Kripps (CAN), 2018 zeitgleich mit Friedrich/Margis Zweierbob-Olympiasieger, landete in Peking diesmal auf Platz zehn, einen Platz vor Brad Hall (GBR), der im dritten Lauf gestürzt war.

Für Olympia-Gastgeber China gehen bei den Winterspielen von Peking 2022 Li Chunjian und Sun Kaizhi an den Start. Die beiden 25 Jahre alten Bob-Piloten hatten die Weltcup-Saison auf den Plätzen 24 und 27 beendet. Im Zweierbob-Rennen bei den Winterspielen in Peking kam Sun Kaizhi auf Platz 14, Teamkollege Li Chunjian wurde 22. ©RWH2022

Die Startreihenfolge im Frauen-Zweierbob und Viererbob

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*Ausgenommen von der Auslosung für die Plätze 1 bis 3 im ersten Lauf bleiben Bob-Pilotinnen, die in den vorangegangenen zwei Saisons in den Top 10 (bei dem Männern: Piloten in den Top 12) in IBSF-Rangliste, Weltmeisterschaften oder Olympischen Winterspielen waren. Diese erhalten den Startplatz gemäß ihrer aktuellen IBSF-Ranglistenplatzierung.

 

Der Olympia-Zeitplan für Frauen-Zweierbob und Viererbob
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Änderungen sind möglich – die aktuellen Zeiten (Ortszeit der Bahn und jeweilige Ortszeit der Nutzer) stehen auf der IBSF-Webseite. ©RWH2022

 

Am Rande der Bande 

Montell Douglas (GBR) ist die erste britische Athletin, die bei Sommer- und Winterspielen an den Start geht. In Peking 2022 ist sie Anschieberin im Frauen-Zweierbob von Pilotin Mica McNeill – 14 Jahre nach ihrem Olympia-Start über 100 Meter und in der Sprint-Staffel bei den Sommerspielen 2008, ebenfalls in Peking. „Es war ein langer Weg für mich, denn wir hatten zwar eine Reihe von Männern, aber keine Frauen, die für Großbritannien bei Sommer- und Winterspielen am Start waren“, sagte Montell Douglas in einem Interview bei athleticsweekly.com. „Das war etwas, das ich unbedingt erreichen wollte. Ich bin überwältigt.“ ©RWH2022 

Alexandra Burghardt (GER) ist erst die vierte Persönlichkeit aus Deutschland, die sowohl an Olympischen Sommerspielen als auch Winterspielen teilnimmt. Vor der Sprinterin, die 2021 bei den Sommerspielen in Tokio im 100-Meter-Halbfinale knapp gescheitert war und jetzt als Anschieberin von Mariama Jamanka an den Start geht, waren dies Thorsten Voss (Sommer 1988 und Winter 1998) Christa Luding-Rothenburger (Sommer 1988 und Winter 1984, 1988, 1992) sowie Manfred Schumann (Sommer 1972 und Winter 1976). Die heute 62 Jahre alte Christa Luding-Rothenburger gewann dabei fünf Medaillen: vier im Winter/Eisschnelllauf (Gold 1984/500 Meter, 1988/1.000 Meter), Silber (1988, 500 Meter) und Bronze (1992/500 Meter) sowie Silber im Bahnrad-Sprint 1988 in Seoul. Voss, 1997 Zehnkampf-Weltmeister, holte 1988 Olympia-Silber und kam im Viererbob von Harald Czudaj auf den achten Platz. Manfred Schumann schied 1972 über 110 Meter Hürden im Vorlauf aus, gewann 1976 Silber im Zweierbob und Bronze im Viererbob, jeweils mit Wolfgang Zimmerer als Pilot. ©RWH2022

Olympiasiegerin Lisa Buckwitz (GER) ist zurück auf dem Olympia-Eis. Die 27-Jährige, die 2018 als Anschieberin mit ihrer Pilotin Mariama Jamanka in PyeongChang (KOR) Olympia-Gold gewann, hatte im Anschluss an die Winterspiele vor vier Jahren bereits selbst ihre Ausbildung als Bob-Pilotin gestartet. Mit Erfolg: Im IBSF Europacup feierte Lisa Buckwitz bereits einige Siege und Podestplätze im Frauen-Zweierbob und wurde 2021 Zweite bei der Junioren-WM. Ihren bislang einzigen Einsatz als Pilotin im Weltcup beendete sie auf Rang sieben. Als Anschieberin zurück im deutschen Team ist Lisa Buckwitz seit Dezember 2021, fuhr bei ihren zwei Einsätzen mit Pilotin Kim Kalicki jeweils zum Sieg und sicherte sich in St. Moritz (SUI) zusätzlich den EM-Titel. ©RWH2022

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